Unsicherer MS Verlauf – und trotzdem happy? So geht’s!

Multiple Sklerose zu haben kann sich anfühlen, als spiele man täglich russisch Roulette. Gezwungenermaßen. Und nicht, weil man das Spiel so toll findet, versteht sich.

Gerade am Anfang plagt einen oft täglich die Unsicherheit:

 

Wie wird mein MS Verlauf sein?

 

Auch ich habe mir diese Frage für eine ganz schön lange Zeit immer und immer wieder gestellt.

Und da das ganze Kopfkino ja noch nicht ausgereicht hat, kamen immer noch die schönsten Horrorszenarien vor meinem inneren Auge hinzu, befeuert durch das stundenlange stöbern in Foren und auf Arztseiten im Internet.

Um es kurz zu machen:

 

Ich rechnete jeden Tag damit, am nächsten Morgen gelähmt aufzuwachen.

 

Jeden. Einzelnen. Tag.

Was so ein Denken mit der Psyche anstellt, kannst du dir ja vielleicht vorstellen. Nicht besonders hilfreich um langfristig zu planen, eine Zukunft einzurichten und so weiter.

Nicht besonders hilfreich für gar nichts, was mit Positivität und Produktivität zutun hat.

Dieser Zustand kann jahrelang nach der Diagnose noch anhalten – es sei denn, du findest deine Stoptaste. Und traust dich, sie zu drücken.

 

Verschiedene Verlaufsformen der MS

 

Multiple Sklerose kann drei verschiedene Verlaufsformen haben. Diese hier im Detail zu beschreiben würde den Rahmen sprengen, sehr gut erklärt sind die aber in diesem Artikel.

Der Großteil der von MS Betroffenen (80%), hat eine schubförmig remittierende MS. Glück im Unglück, oder naja, nennen wir sie mal das geringste Übel. Ich habe diese Form der MS und werde darum auch nur auf sie eingehen.

Auch bei dieser Form ist eines sicher:

Man kann den MS Verlauf schlichtweg nicht voraussagen.

Sicherlich, es gibt Hinweise darauf, wie deine MS verlaufen wird. Und du kannst auch einiges dafür tun, dass es dir zumindest seelisch besser geht.

Aber weiß man’s genau? Nope. Keine Chance. Es ist die bittere Wahrheit.

 

Wie also geht man damit um, ohne sich täglich den Kopf zu zerbrechen?

 

Auch hier steht eines wieder an allererster Stelle:

Akzeptiere die Krankheit. Und ihre Besonderheit: Akzeptiere, dass sie die Katze im Sack der chronischen Erkrankungen ist.

Und dann hör auf, jeden Tag in den Sack reinzugucken. Sprich: Versuch deine Gedanken umzulenken, wenn sie man wieder auf das Thema deines MS Verlaufs driften.

Du kannst deinen MS Verlaufs nicht dadurch positiv beeinflussen, dass du dir jeden Tag ein schönes neues Horrorszenario ausmalst.

Ich wage sogar zu behaupten, dass es dir so noch deutlich schlechter gehen wird – zumindest psychisch.

 

Und da wären wir dann wieder in unserem Teufelskreis:

 

Schlechte Gedanken -> depressive Verstimmung -> Verkriechen (bei mir kommt hier immer noch ein übermäßiger Verzehr von Eiscreme hinzu) -> Selbstmitleid. Unwohlsein. Abschottung.

Kurz: Ein ziemlich ungesunder Lebensstil. Und keine gute Idee, um deine MS Verlaufsform positiv zu beeinflussen.

 

Was du stattdessen tun könntest

Wie wäre es mit dem Versuch, statt zu Grübeln und zu Bangen lieber etwas schönes zu machen? Hier ein paar Ideen:

  • Gönn dir zehn Minuten Nichtstun in der Sonne
  • Mach einen Spaziergang oder begib dich zumindest an die frische Luft
  • Koch dir einen leckeren Tee
  • Lass dir ein duftendes Bad ein
  • Meditiere
  • Knuddel dein Hasutier
  • Dreh deine Lieblingsmusik auf

Sich selbst aus der Spirale rauszuboxen ist wohl eine der schwersten Aufgaben nach der Diagnose einer chronischen Krankheit. Aber eine Erfahrung, die dich stärken wird.

 

Lass dich nicht von deiner Angst über deinen ungewissen MS Verlauf kontrollieren

 

Kontrolliere lieber du deine Angst!

Ein gesunder Lebensstil ist bei MS immer eine gute Idee. Und dazu gehört nun mal, auch gut zu dir selbst zu sein. Das ist quasi die Basis.

Du sollst deinen MS Verlauf und deine Erkrankung nicht vergessen (als ob das gehen würde), das meine ich nicht.

Dennoch kann es einen Versuch wert sein, die Zeit zu reduzieren, in der du dir einen MS Horrorfilm nach dem anderen reinziehst – sei es online in Foren oder nur in deinen Gedanken.

 

Drück die Stopptaste. Mach dich nicht verrückt. Wechsle den Sender. Stell deine Antenne anders ein.

 

Dein MS Verlauf ist nun mal nicht zu 100% vorhersehbar.

Also versuch nicht das unmögliche zu tun. Akzeptiere sie – und dann lass los.

Das kann man üben. Und man kann es lernen.

Versprochen: Wenn ich das geschafft habe, dann schaffst du das allemal!

     ***

Wie gehst du mit der täglichen Unsicherheit über deinen MS Verlauf um? Kennst du die negative Gedankenspirale? Ich freu mich von dir in den Kommentaren zu lesen!

 

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