Ein Multiple Sklerose Blog – Warum es heilsam ist, über die MS zu schreiben

Die meisten Menschen brauchen für das, was sie täglich beschäftigt, einen Ausgleich. Das ist für den einen der Fernsehabend nach einem Tag im Büro, für die andere ist es das Yoga nach einem zumeist online verbrachten Tag.

Wir suchen uns Ventile, um das abzubauen, was der Alltag uns abverlangt.

Was aber, wenn uns ein kleines Ventil nicht reicht? Wenn das Schwimmbecken in unserem Kopf vor Gedanken, vor Ängsten, vor Unsicherheit überzulaufen droht und wir kein kleines Ventil, sondern einen verdammten Mega-Abfluss brauchen, um all das angestaute loszuwerden?

Manche Menschen ziehen sich dann zurück. Leiden, erschlagen von der Wucht ihrer Gedankenmassen. Oder sie beginnen, und das ist seit Jahrhunderten so, ihre Gedanken niederzuschreiben.

 

Und ich? Ich startete einen Multiple Sklerose Blog.

 

In diesem Artikel habe ich bereits geschildert, wie ich betroffenen Menschen mit meinem Multiple Sklerose Blog helfen will.

Heute aber soll es darum gehen, wie das Schreiben mich jeden Tag ein kleines bisschen mehr heilt – und wie auch du dir die therapeutische Wirkung des geschriebenen Wortes zunutze machen kannst.

Multiple Sklerose Blog
Picture by Erik Schütz // GoodBY

Dampf ablassen – dabei kann ein Multiple Sklerose Blog helfen.

 

Natürlich muss es nicht gleich ein Blog sein, denn der macht, da bin ich ganz ehrlich, auch eine Menge Arbeit. Ich selbst habe über zwei Jahre lang alles gelesen, was mir zum Thema bloggen in die Finger kam, und meine Einschlaflektüre sind immer noch oft Fachbücher.

Aber wie wäre es denn, wenn du mit einem persönlichen Tagebuch, einem kleinen Heft, einer Word Datei auf deinem Laptop startest?

Gerade, wenn du dir ein hübsches Büchlein zulegst, wie etwa den Klassiker von Moleskine oder so ein wunderschönes, individuelles Notizbuch, wird das Schreiben regelrecht zum Vergnügen und zu einer kostbaren Tradition.

Es ist zudem egal, in welcher Form du die Worte zu Papier bringst. Oder ob du deine Gedanken aussprichst und auf Tonband aufnimmst.

Aber eines kann ich dir sagen: Es wirkt wie eine kleine Frischekur.

Das ist mein Multiple Sklerose Blog nämlich auch für mich: Meine ganz persönliche ich-Zeit.

 

Wie das Schreiben dir helfen kann, mehr auf dich zu achten

 

Kennst du das auch? Wir hetzen von einem Termin zum anderen, wir jonglieren mit Kindern, Haushalt, Arztterminen und sozialen Verpflichtungen… und dabei vergessen wir etwas ganz Zentrales: Uns selbst.

Bis uns die Krankheit mal wieder einen Strich durch die Rechnung macht und uns zum Innehalten zwingt. Nur leider ist es dann gleich um uns geschehen, der nächste Schub steht vor der Tür und alles steht Kopf.

Wie wäre es denn, wenn du dir selbst, ob nun in Form von einem Multiple Sklerose Blog oder auch nur mit einem Schreibblock genau die Zeit für dich nehmen würdest, die dein Körper, dein Geist und nicht zuletzt dein Immunsystem so dringend brauchen?

Zeit für dich, Zeit um deinen ganz persönlichen Reset-Knopf zu drücken?

Ich bin keine Psychologin. Aber wenn ich durch meine Erfahrung eines gelernt habe, dann das:

 

Die Pausen, die wir brauchen, müssen wir uns selbst nehmen.

 

Niemand wird dich dazu bringen können, einzuhalten und runterzufahren, wenn du es nicht selbst tust. Zumindest meistens.

Das Problem, wenn man sich diese Zeit dann einmal nimmt: Man verbringt sie vor dem Fernseher, vor Netflix oder damit, endlich mal die Socken zu sortieren.

Damit wird unsere Quality Time mit uns selbst viel mehr zur, pardon, Selbstverarsche:

Wir denken, wir täten etwas für uns. Und drehen uns doch nur im Kreis, da wir uns genau zwei Optionen lassen: Wir denken entweder gar nicht nach (Fernsehen) oder denken mal wieder nur an andere (Haushalt).

Multiple Sklerose Blog

Und genau hier setzt das Schreiben, setzt mein Multiple Sklerose Blog an.

 

Denn wer schreibt, der denkt (im Idealfall) mal nur an das, was er oder sie gerade tut. Denkt über die Wörter nach, die da aus Tastatur oder Stift aufs Papier fließen.

Dieser Moment ist fast wie eine Mini-Meditation. Lass ihn dir nicht nehmen!

Das ist dein Moment, und das sind deine fünf, zehn oder auch mal dreißig Minuten. Tür zu, Handy lautlos – und los geht’s.

 

Du willst über MS schreiben, weißt aber nicht, wie du anfangen sollst?

 

Gegen die ersten Bedenken dem Schreiben gegenüber gibt es eigentlich nur eine Methode, die wirklich hilft: Setz dir ein Startdatum, vielleicht einen Tag, an dem nicht viel ansteht.

Besorge dir Schreibmaterialien – das kann ein wie gesagt ein hübsches Buch und ein toller Stift oder auch einfach nur dein Laptop sein (ich schreibe zum Beispiel alles auf meinem kleinen, leichten MacBook 12″, das ich überall hin mitnehmen kann und ohne das bei mir nix mehr geht).

Und dann leg los. Keine Ausreden. Sieh deinen Schreibtag als Termin mit dir selbst an. Und Termine mit dir selbst sind mindestens so wichtig wie bei deinem Neurologen! Word!

Mach dir nicht zu viele Gedanken. Es muss kein Meisterwerk, es muss keine volle A4 Seite werden. Es kann auch nur ein Zweizeiler sein.

Und denke daran: Du musst es nie jemandem zeigen!

Multiple Sklerose Blog

Es muss ja nicht gleich ein Multiple Sklerose Blog sein

 

Du allein bestimmst, ob überhaupt jemand je zu sehen bekommt, was du schreibst. Und wenn du das nicht möchtest? Na ist doch super! Es liegt in deiner Hand.

Oft aber können wir im geschriebenen Wort klarer, differenzierter mitteilen, was uns bewegt.

Und da kommt es nicht darauf an, ob der Text nun strukturiert geschrieben oder mit Punkten und Kommas versehen ist.

Es geht darum, dass in Momenten, wo du das Gefühl hast, dass dich keiner versteht, das Papier für dich da ist. Und das Papier schweigt.

 

Das Papier ist der geduldigste Zuhörer, den du haben kannst

 

Es wird dir keine Vorwürfe machen, wenn es tagein, tagaus nur um dich und deine Ängste geht. Es wird nicht zwischendurch aufs Handy gucken oder auf die Toilette verschwinden.

Und das Wichtigste: Es wird keine Fragen stellen. Und es wird nicht werten.

Es ist einfach nur da, und du hast quasi den Freifahrtschein, damit zu tun was du willst (außer das Haus damit in Brand zu stecken. Oder es an die Katze zu verfüttern oder so was. Das lieber bleiben lassen).

 

Doch Papier hört nicht nur zu: Es gibt dir auch Antworten

Und zwar mit die besten Antworten, die du je erhalten wirst – denn es sind die Antworten, die du dir selbst gibst.

Die Antworten, die du erkennst, wenn du nach einer Woche deine Niederschrift noch mal zur Hand nimmst und durchliest.

Nichts Anderes mache ich mit meinem Multiple Sklerose Blog. Ich wachse daran, Tag für Tag, Artikel für Artikel.

Ich lerne aus meinen Fehlern, wenn auch langsam. Aber ich sehe Wachstum, ich sehe, dass da oben in meinem Kopf etwas passiert, mit jedem Wort das ich aufschreibe.

MS Blog

Und das kann heilsam wirken. Das tut gut.

 

Das Schreiben zeigt mir, und es wird auch dir zeigen, dass wir weder perfekt noch leicht zu durchschauen sind. Und dass da im Kopf manchmal ein ganz schöner Wirrwarr herrscht.

Doch nur wer sich Luft macht, kann danach wieder frei atmen. Nur wer das Ventil öffnet, kann danach wieder neues Gedankengut hineinlassen.

Bei mir ist dieses Ventil mein Multiple Sklerose Blog – hast du deines auch schon gefunden?

***

Spielst du auch mit dem Gedanken, einen Multiple Sklerose Blog zu starten? Schreibst du Tagebuch, oder bringst du deine Gedanken anderweitig zu Papier? Wenn nicht, was hindert dich daran? Hinterlass mir einen Kommentar, lass uns drüber sprechen!

 

*Dieser Text enthält Affiliate – Links! Das heißt, dass ich eine kleine Provision bekomme, wenn du ein von mir empfohlenes Produkt kaufst. Für dich ändert sich am Kaufpreis rein gar nichts! Sieh es einfach als kleines Dankeschön von dir an mich an 🙂 Wenn du das doof findest, kannst du das Produkt natürlich auch ganz einfach selbst bei Amazon suchen. No Problemo. Wenn du es über den Link bestellst – Danke! So hilfst du mir dabei, noch mehr Liebe, Zeit und Herzblut in chronisch fabelhaft zu stecken! Bussi auf Bauchi!

8

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *