Haarausfall bei MS – Meine Erfahrungen und wie ich schaffte, dass mein Haar wieder nachwuchs

* Dieser Artikel stammt im Original von dem englischsprachigen Blog Stayinghealthywithms.com. Simonne, die Bertreiberin, hat mir freundlicherweise genehmigt, den Artikel für meine Leser*innen auf Deutsch zu übersetzen!

Es begann ungefähr zwei Monate, nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Ich trug eine Brille, war auf einen Gehstock angewiesen, hatte eine ganze Handvoll anderer Behinderungen und eine schreckliche Akne, die ich nach einem herben Rückschlag in meinem Heilungsprozess bekam.

 

Außerdem bemerkte ich, dass mein Haar immer dünner wurde.

 

Einerseits  fragte ich mich, wie eine junge Frau plötzlich so viel Pech auf einmal haben konnte. Andererseits: nach dem was ich im Krankenhaus durchgemacht hatte, war das kaum mehr als ein kleines Ärgernis. Dennoch war der Haarausfall etwas komplett neues für mich, und vor allem kam er sehr überraschend.

Ich bemerkte den Haarausfall bei MS das erste mal in der Dusche, als ich plötzlich nach dem Waschen mit zwei Händen voll Haaren dastand. Es wurde täglich schlimmer, wenn ich mein Haar bürstete, und noch schlimmer, wenn ich es stylte. Danach sah der Boden regelmäßig so aus, als hätte man ihn mit meinen Haaren bestaubt.

Eines Tages kam der Zeitpunkt, an dem ich meine Kopfhaut deutlich durch meine Haare durchschimmern sah – und da wurde mir klar, dass ich ein Problem hatte.

 

Haarausfall bei MS
So sah Simonne aus, als sie bemerkte, dass ihr langsam aber sicher die Haare ausgingen

Schnell begann ich, allen möglichen Dingen die Schuld an meinem Haarausfall bei MS zu geben.

 

Als erstes schob ich ihn auf meine Eskalationstherapie mit Tysabri. Ich mailte sogar meinem Neurologen, um ihn zu fragen, ob der Haarverlust eine Nebenwirkung von Tysabri sei – was er typischerweise nicht ist.

Danach schob ich es auf meine Ernährung. Lag es an dem, was ich aß? Oder an dem, was ich nicht aß? Oder waren mein Shampoo und meine Spülung daran Schuld? Dabei benutzte ich seit Jahren immer die selbe Marke!

Nachdem mir tausende Fragen im Kopf herumwirbelten, ich das Internet sowie zahlreiche Foren durchforstete und meinem Frisör Löcher in den Bauch fragte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Es muss etwas mit meiner MS zutun haben!

 

Oder besser gesagt: Mit dem Schock, den ich durch die MS erlitten hatte.

 

Denn immer, wenn ich Frisöre fragte was mit mir los sei, war ihre Rückfrage, ob ich in letzter Zeit traumatischen Stress erlebt habe. Nachdem ich das ein paar Mal zu hören bekam, suchte ich gezielter nach dem Problem – und fand die Antwort auf Google: Telogen effluvium / diffuser Haarausfall.

Natürlich machte ich mir so meine Gedanken: Ich hatte gerade neun Wochen im Krankenhaus verbracht, wo ich meine Gehfähigkeit verloren hatte.

Ich konnte nicht mehr sprechen, meine Glieder koordinieren, richtig sehen, vernünftig essen. Alle Kraft – sogar die Kraft, richtig nachzudenken – schien aus meinem Körper gewichen zu sein. Das alles dank der lebensverändernden Diagnose MS.

Und nun war ich arbeitslos, brauchte einen Gehstock. Hatte immer wieder Episoden, in denen mein ganzer Körper wie eingefroren war – und ohne zu wissen, ob ich mich davon je wieder erholen würde.

 

Ja, das klang ganz so, als hätte ich eine Freikarte für Telogen effluvium gewonnen!

 

Da ich nun den wahrscheinlichen Grund gefunden hatte, begann ich mich nach Dingen zu erkundigen, die mir helfen konnten. Ich fand heraus, dass Haarausfall bei MS aufgrund des Haarwachstumszyklus ganze Monate nach dem eigentlichen Stressvorfall auftreten kann. Und dass es Monate dauern kann, bis auch die Haare merken, dass der Stress vorbei ist – und wieder zu wachsen beginnen.

Es tat so gut, endlich zu wissen, warum ich an Haarausfall bei MS litt! Denn da ich zu dem Zeitpunkt gerade auf dem Weg der Heilung von meinem Schock war, wusste ich, was zu tun ist: Ich musste geduldig sein und meinem Haar etwas Aufmerksamkeit widmen.

Ich begann also, mich auf die Dinge zu konzentrieren, die mir gegen meinen Haarausfall bei MS helfen würden, statt mich verrückt zu machen.

Ich lernte einige wichtige Dinge von Frisören, Freunden und aus meiner eigenen Intuition, die ich heute gerne mit dir teilen möchte! Denn als ich begann, all diese Dinge anzuwenden, waren die Ergebnisse wirklich großartig.

 

Was ich gegen meinen Haarausfall bei MS getan habe:

 

  • Ich hörte auf, meine Haare zu föhnen und zu glätten um ihnen nicht noch mehr Schaden zufügen – und das für mindestens ein halbes Jahr
  • Damit das natürliche Fett auf meiner Kopfhaut mein Haar in Ruhe nähren konnte, wusch ich es seltener
  • Ich kaufte ein gutes Volumenshampoo von Kerastase, einen Conditioner der selben Marke und ließ
    außerdem zu, dass mein Haar sich natürlich wellte – so sah mein Haar voller aus, als es tatsächlich war
  • Fast jeden Abend gab ich mir eine Kopfhautmassage um die Durchblutung und damit das Haarwachstum anzuregen
  • Ich bürstete es regelmäßig mit einer großen, flachen Bürste – auch das regt die Durchblutung der Kopfhaut an
  • Regelmäßig legte ich Feuchtigkeits-Haarmasken auf, die man über Nacht drin lassen kann. So wurde das Haar, das ich noch hatte, gut genährt und gepflegt. Ich benutze das EVO Moisture Treatment für einige Zeit, und danach schenkte mir eine Freundin diese Moroccan Oil Intensive Feuchtigkeitsmaske, die ich absolut empfehlen kann
  • Ich kaufte eine natürliche Spülung, die man nicht auswaschen muss, und die ich nach jeder Haarwäsche auftrug. Die Marken, die ich nutze, heißen Acure und Yarok.
  • Meine meist auf Pflanzen basierende Ernährungsweise behielt ich bei. Ich esse ab und an Fisch und Meeresfrüchte. Was ich esse, kannst du hier auf meinem Instagram Account sehen: Viel Obst, Smoothie Bowls, Gemüse, gute Fette und rohe Leckereien.
  • Ich achtete weiterhin darauf, Nahrungsmittel zu mir zu nehmen, die den Kreislauf anregen wie rohes Kakaopulver, grünen Tee und Acai. Zudem rege ich meinen Kreislauf mit Wechselduschen, Trockenbürsten und Sport an.
  • Tägliche Meditation gehört für mich einfach dazu – sie reduziert Stress und fördert die Heilung
  • Ich hörte auf, mein Haar aufzuhellen, und erfreute mich für über ein Jahr einfach an meiner natürlichen Haarfarbe
  • Regelmäßiges Spitzenschneiden ist Pflicht – ich selbst ging etwa alle zwei Monate zum Frisör, um mein Haar so dicker und gesünder zu pflegen.

Und das wichtigste und effektivste, was ich tat:

  • Ich begann, ein hochwertiges Collagen Pulver zu nehmen. Täglich.

 

Collagen kann bei Haarausfall bei MS helfen!

 

Während ich mich über Lebensmittel informierte, die mein Haarwachstum anregen würden, stieß ich immer und immer wieder auf Collagen Pulver und auf Knochenbrühe. Beiden Dingen wird nachgesagt, dass sie Knochen, Haare, Haut und Nägel aufbauen.

Außerdem fördern sie die Verdauung und sorgen für gesunde Gelenke. Ich fand, dass das nach einer großartigen allumfassenden Lösung klang, und beschloss, Collagen Pulver in meine Ernährung einzubinden.

Ich begann, gegen meinen Haarausfall bei MS dieses Collagen Pulver von Vida Glow zu nehmen – und tue das bis heute (seit ca. 10 Monaten). Anfangs waren das drei Tütchen am Tag, um meinem Haar einen anfänglichen Boost zu geben, und nun nehme ich ein Tütchen am Tag, um die Wirkung aufrecht zu erhalten.

Schon nach wenigen Wochen wurde mein Haar merklich dicker, und es wuchsen deutlich sichtbar neue Haare nach!

Außerdem brachen meine Haare generell weniger ab, sie wurden also auch stärker. Da ich immer schon feines Haar hatte, merke ich den Unterschied natürlich umso doller, als es wieder kräftiger wurde.

 

Warum leiden wir unter Haarausfall bei MS?

 

Stress induzierter Haarausfall bei MS ist etwas, das zu jeglichem Zeitpunkt auftreten kann. Es ist wichtig, dass wir verstehen, dass es sich hierbei um einen Überlebensmechanismus des Körpers handelt! Achte also darauf, lieb zu deinem Körper zu sein, um ihn zu unterstützen.

Ich selbst habe Monate gebraucht, um wieder zu meiner alten Haarfülle zurückzukehren. Dennoch tat ich einfach jeden Tag genau das, was ich oben beschrieben habe – bis ich endlich Resultate sah!

 

Haarverlust MS
Einige Monate später hatte Simonne wieder sichtbar gesünderes Haar

Du leidest gerade unter Haarausfall bei MS, oder dein Haar dünner wird und du nicht weißt warum?

 

Dann empfehle ich dir wirklich, es mal mit meinem ganzheitlichen Ansatz zu probieren. Und ein Collagen Pulver. Und natürlich solltest du versuchen, dein Stresslevel nicht unnötig in die Höhe schießen zu lassen – tägliche Meditation und Achtsamkeit funktionieren großartig.

Außerdem, und das ist vielleicht das wichtigste: Hab Geduld. Denn wie immer: gut Ding will Weile haben.

Alles Liebe dir,

Deine Simonne

 

***

Hast du auch unter Haarausfall bei MS gelitten? Was hast du dagegen getan? Teile deine Erfahrungen und Tipps mit uns und hinterlasse einen Kommentar! Du kannst mir auch gerne Fragen für Simonne mitgeben!

 

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3 comments

  1. Hallo Samira,
    vielleicht ist es mein zweiter Schub, den ich nach 30 Jahren bekommen habe, vielleicht ist es auch nur zufällig geschehen. Endgültige Diagnose steht noch aus. Meine Neurologin und Klinik wollen da eher auf Nummer sicher gehen. Die Odyssee bei vielen anderen Ärzten habe ich schon hinter mir. Bin also kerngesund, wenn da nicht nur das da wäre.
    Ist es oder ist es nicht das MistStueck, das nun in mein Leben eintreten will, ich weiss es noch nicht.

    Aber dank deines Blogs, habe ich keine Angst oder Sorge, wenn es denn MS sein wird.

    Vielen Dank
    Bernd

  2. Liebe Samira, vielen Dank für diesen (Gast-)Beitrag!
    Meine Patentante ist leider an MS erkrankt und sie hat auch so viel mit der Krankheit zu kämpfen. Ich habe ihr schon einen Link zu dem Artikel über das Rauchen aufhören geschickt, aber mit ihren Haaren hatte sie auch schon Probleme. Deswegen finde ich es gut, dass du dir die Mühe gemacht hast den Beitrag echt super verständlich zu übersetzen und hier zu teilen. Es wirft mich immer wieder um, mit wieviel Disziplin und Durchhaltevermögen ihr(Simonne, meine Patentante und du) das Leben bestreitet.
    Ich wünsche euch das Beste und danke nochmal!

    1. Liebe Zara, wie toll, dass du dich so für deine Tante engagierst und beliest! Du bist ein Vorbild für alle Angehörigen von MS Patienten, und auch dein Durchhaltevermögen möchte ich hiermit wertschätzen 🙂
      Deine Samira

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