MS Mindset: 5 Dinge, du du noch heute ändern kannst

Wenn du hier schon eine Weile mitliest, dann weisst du dass ich viel darüber spreche welche Wichtigkeit unser MS Mindset, also unsere Einstellung zur MS, hat. Während die Erkrankung natürlich auch viele Dinge mitbringt, auf die wir gar keinen Einfluss haben, so gibt es doch gewisse Faktoren denen wir nicht völlig hilflos gegenüber stehen müssen, wenn wir uns aktiv dazu entscheiden und bereit sind, ein bisschen Arbeit in unser MS Mindset zu investieren.

Im heutigen Blogartikel, der passend zum Anfang des Jahres 2022 erscheint, gebe ich dir 5 MS Mindset Impulse mit auf den Weg, mit denen du deine Einstellung zu MS – wenn du das denn möchtest – verändern, oder zumindest mal in Frage stellen kannst. Damit fängt eigentlich alles an: Mit Fragen an dich selbst. Mit der Auseinandersetzung mit mir selbst. Mit dem nicht-zufriedengeben mit dem Status Quo. Das klingt gut? Dann bist du hier genau richtig.

1. MS Mindset Tipp: Nimm den Druck raus

Das Wort „Druck“ habe ich hier absichtlich nicht weiter definiert, denn wir alle erleben Druck in ganz unterschiedlichen Situationen, abhängig von unserem Lebensstil und unserem Umfeld. Fakt ist aber: Immer wenn Druck entsteht, entsteht Stress. Und Stress kann MS Symptome triggern und verstärken. Viele Menschen erleben ihren ersten Schub in oder nach besonders stressigen Phasen ihres Lebens (ich zum Beispiel kurz nach einer Trennung und direkt während meinen Abschlussprüfungen). Insofern bin ich davon überzeugt, dass die Wichtigkeit der Stressreduktion in unserem Alltag gar nicht unterschätzt werden kann.

Wie genau das funktioniert? Vor allem, indem du dich mit dir selbst auseinandersetzt und deine eigenen Erwartungen an dich und deine Leistungen mal realistisch betrachtest. Frage dich: Würde ich das, was ich von mir erwarte, auch von einer anderen (chronisch kranken!) Person erwarten?

2. MS Mindset Tipp: Achte auf einen gesunden Schlafrhythmus

Ich weiß ja nicht, ob du mit einem Vision Board arbeitest – ich tue das, und für 2022 steht da ganz fett drauf: Mehr und besser schlafen. Die wenigstens Menschen mit MS, die ich kenne, schlafen wirklich tief. Oder sie schlafen gar nicht erst ein. Oder sie wachen ständig auf. Und so oder so wachen viele von uns jeden Morgen so gerädert auf, als sei nachts ein Traktor über und drüber gerollt. Umso wichtiger ist es, dass du alles tust was in deiner Macht steht, um besser zu schlafen. Ein paar einfache kleine Veränderungen dafür sind: 

– Früher ins Bett gehen! 

– Abends den Fernseher/Laptop auslassen

– Zum Einschlafen ein Buch lesen (zum Beispiel eines meiner Bücher 🙂 )

– Abends einen warmen Tee/goldene Milch trinken

– Das Zimmer komplett abdunkeln, auch die kleinen Lämpchen an Fernseher, Ladegerät und Co. Mit Gaffa abkleben – oder Schlafmaske tragen

– Ohrstöpsel aus Wachs verwenden

Fatigue bei MS

3. MS Mindset Tipp: Hör auf, ein:e „People-Pleaser:in“ zu sein

Ich habe gerade erst in meinem Coaching mit der wunderbaren Dr. Nadine Webering erfahren, dass ich anscheinend dazu neige, es immer allen Recht zu machen. Ich schwöre, das war mir nicht bewusst. Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir auf wie viele von uns Menschen mit MS denken, wir müssten immer dafür sorgen, dass wir bloß nicht anecken. Dass wir bloß mit niemandem Streit haben. Dass uns alle mögen. Kommt dir das bekannt vor? Dann setz dich mal mit der Frage auseinander: Folge ich in diesen Situationen meinen eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Regeln – oder möchte ich nur möglichst keine Probleme haben? Falls das zweite zutrifft, dann lass mich dir sagen: Es werden dich NIE alle mögen. Du wirst es NIE allen recht machen. Also darfst du ab heute direkt damit anfangen, es vor allem einer Person recht zu machen: Nämlich dir selbst.

4. MS Mindset Tipp: Arbeite mit deiner Krankheit statt gegen sie

Das ist ein Punkt, an dem ich oft Kontra bekomme in der MS Community. Aber das ist mit mittlerweile so richtig egal, siehe Punkt 3. Ich bin nämlich felsenfest davon überzeugt, dass das genau das Richtige ist. Let me explain. 

Viele von uns bezeichnen sich gerne als „MS Fighter“. Das Leben mit der MS als täglichen Kampf. Und reden davon, dass sie nie aufhören dürfen zu kämpfen. Ich  sehe das komplett anders und sage: Hör auf zu kämpfen! Am besten sofort! Früher (Ich habe seit 2012 MS), habe ich auch gegen mich gekämpft. Gegen die MS in mir. Gegen meinen Körper und seine Bedürfnisse nach Ruhe, nach Achtsamkeit, nach Langsamkeit, nach Erfüllung. Ich habe das alles weggemacht – mit Stress, Arbeit, Rauchen, Feiern, Ablenkung. Gebracht hat mir das gar nichts, außer dass ich für eine Jahre total von mir abgetrennt gelebt habe. Lass dir eines gesagt sein: Deine MS besteht nicht außerhalb von dir. Dein Körper und du, das sind keine zwei verschiedenen Sachen. Du steckst in diesem Körper drin, und die Krankheit ist ein Teil deines Körpers. Kein total toller Teil, einfach ein Teil. Wie ein Muttermal oder Locken. Sie gehört ab nun dazu, und sie wird nunmal nicht mehr weggehen. Wenn du also permanent im Kampf gegen die MS und deinen Körper lebst, dann geht dir unheimlich viel Energie flöten. Energie, die du auch für deine eigene Heilungsarbeit (eher metaphorisch zu verstehen) benutzen könntest. Wichtige, kostbare Energie. Hass zieht Energie. Kampf zieht Energie. Vergebung, Liebe und Annahme – das schenkt Kraft. Das nährt dich. Womit möchtest du lieber deine Zeit verbringen?

5. MS Mindset Tipp: Hör auf, dich selbst zu sabotieren – und plane deinen Alltag besser

Gerätst du auch super oft in die Zwickmühle, weil du dir viel zu viele Termine und zu viel Arbeit in den Kalender gepackt hast? Dann ist dieser Tipp für dich. Ich kenne das nämlich selbst sehr, sehr gut. 

Es geht dabei nicht darum, dir nichts mehr zuzutrauen. Im Gegenteil, es ist natürlich total wichtig an sich selbst zu glauben. Aber: Tu es mit Gefühl und Verständnis für dich selbst. Ohne mit der Peitsche hinter dir zu stehen und dich anzutreiben. Denn auch wenn du theoretisch all das, was du zu erledigen müssen glaubst auch erledigen könntest, dann wärest du danach so erschöpft, dass du locker 1,2 Tage – wenn nicht mehr! – Im Bett verbringst, bis du wieder halbwegs auf die Beine kommst. Frage dich: Ist es das wert? Ganz, ganz ehrlich? Manche Dinge und Termine mögen es wert sein. Die Hochzeit deiner Schwester. Die Wanderung im Urlaub auf die du dich schon so lange gefreut hast. Ein Ausflug mit deiner ganzen Familie. Aber manche Dinge und Termine nehmen wir auch nur an, weil wir andere nicht im Stich lassen wollen, siehe Punkt 3. Und so ehrenhaft das ist – versuch, damit aufzuhören. Teile dir deine Energie ein. Sag ab, was du nicht schaffst. Die meisten Momente kommen eben doch so oder in ähnlicher Form wieder, und vielleicht bist du nächstes mal fitter. Vielleicht auch nicht. EGAL! Es geht darum, wie es dir JETZT geht. Also: Hör auf dich. Sei selbst dein:e eigene:r beste:r Freund:in. Nicht weniger als das!

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Was sind deine Tipps für ein konstruktives, ausgeglichenes MS Mindset? Schreib mir dazu gerne einen Kommentar, ich freue mich von dir zu lesen!

Mindful mit MS

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